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Herzinfarkt-Vorsorge - Berechnung des kardiovaskulären Risikos

Herzinfarkt und Schlaganfall sind etwa für die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Darüber hinaus rufen sie chronische Behinderungen hervor und mindern dadurch die Lebenserwartung erheblich. Der Prävention kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Ergebnisse der PROCAM-Studie (Prospective Cardiovaskuläre Münster Studie) haben gezeigt, dass 7,5% der männlichen arbeitenden Bevölkerung trotz fehlender Symptome ein über 20%iges Risiko haben, innerhalb von 10 Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden. Von der Möglichkeit, frühzeitig das Herzinfarktrisiko zu bestimmen und gezielte Therapiemaßnahmen einzuleiten, können viele Patienten profitieren.

Mit den Ergebnissen der PROCAM-Studie konnte ein Messverfahren  (Score) entwickelt werden, der es erlaubt, anhand weniger Messwerte und klinischer Angaben das individuelle kardiovaskuläre Risiko zu berechnen. Für die Berechnung des Herzinfarktrisikos werden lediglich die Ergebnisse von vier Laboranalysen benötigt:

  • Blutzucker
  • HDL-, LDL-Cholesterin
  • Triglyceride

Darüber hinaus gehen Geschlecht, Alter, systolischer Blutdruck, Antihypertonikaeinnahme, Raucherstatus, Diabetes mellitus und die familiäre Belastung in die Berechnung mit ein. Die Bedeutung eines einzelnen Risikofaktors für kardiovaskuläre Erkrankungen hängt im Wesentlichen von der Ausprägung weiterer Risikofaktoren ab. Soll heißen; je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines zu erwartenden kardiovaskulären Ereignisses. Neben den oben erwähnten „klassischen“ Risikofaktoren zählen aber auch noch Laborparameter wie Homocystein, Lipoprotein a und das C-reaktive Protein zu den Risikofaktoren, die ebenfalls Auswirkungen auf das individuelle Risiko haben.

Anhand der Risikoklassifizierung kann das Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb der folgenden 10 Jahre in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Niedriges Risiko (< 10%)
  • Erhöhtes Risiko (10 – 20%)
  • Hohes und sehr hohes Risiko (>20%)

Beim Vorliegen einer oder mehreren Risikofaktoren kann eine medikamentöse Therapie unabhängig vom berechneten Risiko gerechtfertigt sein: dauerhafter starker Zigarettenkonsum; LDL-Cholesterin >190mg/dl oder Blutdruck >140/90mmHg nach therapeutischer Lebensstiländerung; Body-Mass-Index  über 30 kg/m² bei Vorliegen weiterer Risikofaktoren.

Patienten, die bereits einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine transitorisch-ischämische Attacke (TIA) erlitten haben, an Angina pectoris, Arteriosklerose der Aorta, manifester koronarer Herzerkrankung oder peripherer arterieller Verschlusserkrankung leiden, gelten bereits als Hochrisikopatienten. Für sie ist eine Risikoberechnung mit dem PROCAM-Score nicht erforderlich.